Exklusiv-Studie: Die Medienpräsenz der Konzernchefs 2016

Infografik

Die Ergebnisse des „CEO Communication Monitor“ zur Medienpräsenz der Konzernchefs im Jahr 2016 sind da: Welche CEOs der Dax und MDax-Unternehmen standen im vergangenen Jahr im Rampenlicht der Medien? Wer konnte eine positive Tonalität in der Berichterstattung verbuchen, wer musste mit Kritik kämpfen? Für die Studie, die exklusiv von Keynote Kommunikation erstellt wird, wurden mehr als 38.000 Artikel in deutschsprachigen Medien untersucht. 

Hier sind die Ergebnisse: 


Mit Volkswagen-CEO Matthias Müller und Deutsche Bank-Chef John Cryan stehen im Medienpräsenzranking 2016 zwei Manager an der Spitze, deren Konzerne mit Verfehlungen der Vergangenheit zu kämpfen hatten. In insgesamt 4.585 Artikeln wurde Müller im vergangenen Jahr erwähnt – mit zumeist negativer Tonalität. Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen steht damit im Medienpräsenz-Ranking der Chefs der 80 Dax- und MDax-Konzerne mit Abstand auf Platz 1. Ähnlich negativ war die Berichterstattung über Deutsche Bank-Chef Cryan (3.805 Artikel), der Platz 2 erreichte. Deutlich positiver fiel die Berichterstattung über den Drittplatzierten aus: Mit 2.949 Artikeln konnte Daimler-CEO Dieter Zetsche die dritthöchste Medienpräsenz aller CEOs erzielen.

Das sind die Ergebnisse des CEO Communication Monitor, der kontinuierlich die Medienpräsenz der wichtigsten deutschen Konzernchefs untersucht und von Keynote Kommunikation herausgegeben wird. Für die aktuelle Untersuchung 2016 wurden 38.000 Artikel aus 250 Print- und Online-Medien ausgewertet und neben der Medienpräsenz auch die Tonalität der CEO-Berichterstattung ermittelt.

Top 10: Diese Manager waren am häufigsten in den Medien

Mit den Chefs von Lufthansa (Carsten Spohr, Platz 4), Siemens (Joe Kaeser, Platz 5), Bayer (Werner Baumann, Platz 6), Deutsche Börse (Carsten Kengeter, Platz 7), und Commerzbank (Martin Zielke, Platz 8) stehen wieder vornehmlich Vorstandsvorsitzende von Dax-notierten Unternehmen an der Spitze des Rankings. Zwei MDax-CEOs, Innogy-Chef Peter Terium (Platz 9) und Springer-CEO Mathias Döpfner (Platz 10), konnten sich jedoch ebenfalls unter den Top 10 platzieren.

Aufsteiger: Baumann, Kengeter, Enders und von Bomhard

Neben der aktuellen Medienpräsenz ermittelt der CEO Communication Monitor auch die langjährige Entwicklung der deutschen Vorstandsvorsitzenden. Zu den Aufsteigern 2016 – gemessen an der Medienpräsenz – gehörten Werner Baumann und Carsten Kengeter, deren Unternehmen mit Fusionsplänen und Übernahmeschlachten für Aufmerksamkeit sorgten. Auch Airbus-Chef Thomas Enders (Platz 15), Evonik-CEO Klaus Engel (Platz 24) und der demnächst scheidende Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard (Platz 26) verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten eine gestiegene Berichterstattung bei zugleich positiver Tonalität. Außerdem konnten folgende CEOs ihre Position im Medienpräsenz-Ranking verbessern: Patrick Thomas (Covestro, Platz 35), Günther Fielmann (Fielmann, Platz 48), Heinz-Jürgen Bertram (Symrise, Platz 49), Ulrich Wallin (Hannover Rück, Platz 50), Hermann Merkens (Aareal Bank, Platz 51), Herbert Haas (Talanx, Platz 53), Udo Müller (Ströer, Platz 54), Hans-Georg Frey (Jungheinrich, Platz 55), Ralf Dieter (Dürr, Platz 58), Rice Powell (Fresenius Medical Care, Platz 60), Andreas Arndt (Deutsche Pfandbriefbank, Platz 63), Rolf Breidenbach (Hella, Platz 64), Erwin Faust (Aurubis, Platz 70), Steven Holland (Brenntag, Platz 72) und Wilhelm Wellner (Deutsche EuroShop, Platz 74). Auch RTL-Co-Chefin Anke Schäferkordt (Platz 45), die einzige Frau unter den 79 Vorstandsvorsitzenden aus Dax und MDax, erzielte in 2016 eine gestiegene Medienpräsenz.

Die CEOs mit sinkender Medienpräsenz

Eine Reihe von Vorstandsvorsitzenden war dagegen 2016 seltener in den Medien als im Vorjahr. Natürlich bedeutet eine gesunkene Medienpräsenz nicht automatisch eine schlechtere CEO-Positionierung. Dennoch müssen einige dieser Unternehmen – insbesondere im unteren Drittel der Tabelle – prüfen, wie gut sie mit ihren CEO-Botschaften noch durchdringen. Zu den Konzernchefs mit gesunkener Medienpräsenz gehören: Timotheus Höttges (Telekom, Platz 14), Frank Appel (Deutsche Post, Platz 16), Rolf Buch (Vonovia, Platz 25), Elmar Degenhart (Continental, Platz 36), Matthias Zachert (Lanxess, Platz 38), Reinhard Ploss (Infineon, Platz 41), Stefan Heidenreich (Beiersdorf, Platz 47), Uwe Röhrhoff (Gerresheimer, Platz 62), Dieter Bellé (Leoni, Platz 65), Thomas Hegel (LEG Immobilien, Platz 73), Wolfgang Heer (Suedzucker, Platz 77) und Klaus-Peter Schulenberg (CTS Eventim, Platz 78).

Dax-Chefs stehen rund 1000 Mal in den Medien

Nach wie vor gibt es eine deutliche Kluft in der Medienpräsenz der Dax und MDax-CEOs, wie unsere Studie zeigt. Drei Viertel (74 Prozent) der CEO-Berichterstattung in den deutschen Medien dreht sich um die 30 Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne. Dagegen erreichen die Chefs der 50 MDax-Konzerne zusammen gerade ein Viertel (26 Prozent) der Berichterstattung. Über einen Dax-Chef wurden 2016 durchschnittlich 936 Artikel veröffentlicht. Die MDax-CEOs standen dagegen nur im Schnitt 200 Mal in den Medien.

Und auch in der Spitze gibt es deutliche Unterschiede in der Medienpräsenz der einzelnen Konzernchefs. Die zehn am häufigsten erwähnten Konzernlenker standen 2016 für mehr als die Hälfte (55 Prozent) der CEO-Berichterstattung. Sie haben schon fast so etwas wie einen Star-Status bei den Wirtschaftsmedien.

Am anderen Ende der Tabelle stehen dagegen eine Reihe von CEOs, die in der Medienberichterstattung und damit in der Öffentlichkeit praktisch nicht auftauchen. Weniger als jeder hundertste CEO-Artikel beschäftigte sich mit einem der Konzernchefs auf den Plätzen 70 bis 79. Und das, obwohl ihre Unternehmen Tausende von Mitarbeitern beschäftigen und ihre Geschäfte die deutsche Wirtschaft entscheidend mitprägen. Zu diesen „Mauerblümchen“-CEOs zählten neben den bereits genannten Chefs von Aurubis, Brenntag, LEG Immobilien, Deutsche EuroShop, Suedzucker und CTS Eventim: Guillaume de Posch (RTL, Platz 71), Stefan Fuchs (Fuchs Petrolub, Platz 75), Markus Jooste (Steinhoff, Platz 76) und Christoph Klenk (Krones, Platz 79). Nicht untersucht wurden die MDax-Unternehmen TAG Immobilien und Zalando, da diese keinen eindeutigen CEO benannt haben.

Anhaltender Trend zur personalisierten Wirtschaftsberichterstattung

Auch 2016 bestätigt sich: Die Schere in der Berichterstattung über Top-Manger geht weiter auseinander. Während bei einigen wenigen, zumeist im Dax notierten Konzernen, jeder Schritt und Halbsatz des Vorstandsvorsitzenden von den Medien dokumentiert und kommentiert wird, finden andere Unternehmen in der Berichterstattung kaum statt.

„Wir erleben weiter einen Trend zur personalisierten Berichterstattung. Wenn Medien über ein Unternehmen berichten, geschieht dies immer häufiger über die Person des Vorstandsvorsitzenden“, kommentiert Dr. Harald Maass, Reputationsberater und Geschäftsführer von Keynote Kommunikation, die Ergebnisse der Studie. Gerade für weniger bekannte Unternehmen bedeutet dies, dass ihr CEO erst bei Krisen und in Ausnahmesituationen für die Medien interessant wird. CEO-Positionierung sollte deshalb immer langfristig angelegt sein mit dem Ziel, nachhaltig Reputation aufzubauen.

Weitere Informationen als Download: 

•  Komplette Studie CEO Communication Monitor 2016

•  Ergebnisse als Tabelle (Dax/MDax)